Snooker
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Das Spiel
Snooker (engl. to snooker somebody: „jemanden sperren“) ist eine Disziplin des Billards.

Im Vergleich zum Poolbillard ist Snooker geprägt durch einen sehr viel höheren technischen Schwierigkeitsgrad sowie eine stärkere Anforderung an die strategischen und taktischen Fähigkeiten der Spieler. Zusätzlich kann man beim Snooker im Vergleich zu den übrigen Billardvarianten noch stärker von einem „Gentleman-Sport“ sprechen, da beim Snooker in besonderem Maße auf Stil, Contenance und die Etikette der Spieler Wert gelegt wird.

Vor allem in England und Schottland, wo viele der besten Spieler herkommen, hat Snooker einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Die bedeutendsten Turniere haben eine Dotierung von bis zu mehreren Millionen Euro und werden von den Fernsehanstalten BBC und Sky live übertragen.

In Deutschland kann Snooker mit ca. 4000 im Verein organisierten Spielern eher als Randsportart bezeichnet werden (zum Vergleich: Großbritannien ca. 4 Millionen). Snookerturniere werden jedoch auch hierzulande oft vom Fernsehsender Eurosport live übertragen und die Anzahl der deutschen Snookerspieler steigt.

Snookertisch

Der Snookertisch ist ein 12-Fuß-Tisch, d.h. er ist 12 Fuß lang und sechs Fuß breit und damit, wie bei allen Billardvarianten, doppelt so lang wie breit: die von den Banden umschlossene Spielfläche hat eine Größe von 3569 mm x 1778 mm, die Höhe des Spieltisches beträgt zwischen 851 mm und 876 mm. Er ist aber sehr schwer: bis zu 1500 kg, was in der normalen Statik eines Hauses erhebliche Probleme mit sich bringt. Die durchgezogene Linie am Fuß des D (baulk line) ist 737 mm von der Fußbande entfernt. Das D hat einen Radius von 292 mm. Die Aufsetzmarke für die schwarze Kugel ist 324 mm von der Kopfbande entfernt. Der pink Spot liegt genau in der Mitte zwischen der Aufsetzmarke von Blau (Mittelpunkt des Tisches) und der Kopfbande.

Die Spielfläche und die Banden des Snookertischs sind mit einem in der Regel grünen groben Wolltuch überzogen, dessen Noppen von der Baulk-Line in Richtung Black-Spot gebürstet werden. Unter dem Tuch befindet sich eine meist mehrteilige Schieferplatte, wobei die Übergänge zwischen den Teilplatten durch Überschleifen geglättet werden müssen. An den Banden befinden sich Naturkautschukleisten unter dem Wolltuch, die das Zurückspringen der Bälle ermöglichen.

Der Aufbau des Tisches vom Anstoßbereich nach unten:

  • Baulk-Line mit dem aufgezeichneten D, hier liegen die gelbe, braune und grüne Kugel, von hier wird auch angestoßen
  • Center-Spot für die blaue Kugel
  • Pyramid-Spot, der Platz für die rosa Kugel
  • Triangle, das Dreieck mit den roten Kugeln. Wird oft nur Tri genannt
  • Black-Spot, der Platz für die schwarze Kugel
Billardqueue

Im Snooker verwendet man verjüngte Holzqueues, die sehr hart sind (oft aus Ahorn oder Esche). Verjüngt bedeutet, dass das Queue am Griffstück dicker ist und zur Spitze hin dünner wird. Es wird in der Regel mit offener Brücke gespielt. Darunter versteht man, dass das Queue offen auf Daumen und Zeigefinger aufliegend geführt, also nicht vom Zeigefinger umschlossen wird, wie es häufig im Poolbillard der Fall ist. Die Pomeranze hat in der Regel einen Durchmesser von circa 8,5 bis 10,0 (10,5) mm, ist somit kleiner als die beim Poolbillard verwendete. Ein Queue kann entweder einteilig oder zweiteilig mit Schraubgewinde sein, das durch ein weiteres angeschraubtes Stück verlängert werden kann. Das ist manchmal notwendig aufgrund der Größe des Tisches. Die meisten Weltklassespieler verwenden einteilige Queues, man sagt den zweiteiligen nach sie hätten keine durchgehende "Seele". Einer der zurzeit weltbesten Spieler, Ronnie O'Sullivan verwendet übrigens ein zweiteiliges Queue, das 1/2 - 1/2 geteilt ist. Es gibt auch andere Arten, die 2/3-1/3 etc... geteilt sind. Profi-Queues sind ohnehin Spezialanfertigungen und Spitzenspieler spielen mit Ihrem Queue nach Möglichkeit ein Leben lang.

Snookerkugeln/bälle

Die Kugeln beim Snooker werden Bälle genannt. Heutige Snookerbälle bestehen aus Kunstharz, frühere aus Knochen, manche auch aus Elfenbein. Der Durchmesser eines Snookerballs beträgt 52,5 mm, bei einem Gewicht von 142 Gramm. Es wird mit einem weißen Ball, auch „Cue Ball“ genannt, gespielt. Das ist auch der einzige Ball, der mit dem Queue (engl. Cue) direkt angespielt werden darf. Die roten, sowie die farbigen Bälle müssen versenkt werden.

Ziel des Spiels

Snooker ist ein Ansage- und Punktespiel.

Das Grundprinzip besteht darin, abwechselnd eine der 15 roten Kugeln und im Anschluss eine der sechs farbigen zu versenken, bis alle Kugeln vom Tisch gespielt wurden. Jeder Kugel ist eine bestimmte Wertigkeit (Punkte) zugeordnet, die bei erfolgreichem Lochen für jeden Spieler additiv gezählt werden.

Punktwerte der Kugeln:

  • Rot = 1 Punkt
  • Gelb = 2 Punkte
  • Grün = 3 Punkte
  • Braun = 4 Punkte
  • Blau = 5 Punkte
  • Pink = 6 Punkte
  • Schwarz = 7 Punkte


So ergibt die Abfolge „Rot - Schwarz - Rot - Pink - Rot - Schwarz“ eine Gutschrift des Punktekontos des Spielers von 23.

Wird eine Kugel vom Spieler nicht versenkt, kommt der gegnerische Spieler an den Tisch und erhält seinerseits die Möglichkeit eine Folge von Kugeln – immer beginnend mit einer Roten – zu versenken.

Die farbigen Kugeln werden nach dem Versenken wieder auf dem Tisch aufgesetzt, rote verbleiben in den Taschen. Nach der letzten roten Kugel darf noch eine Farbige nach Wahl gespielt werden. Sind alle roten Kugeln und die letzte frei wählbare Farbe versenkt, müssen die farbigen Kugeln in Reihenfolge ihrer Wertigkeit vom Tisch gespielt werden, angefangen mit Gelb (2), Grün (3), ... und zuletzt Schwarz (7).

Jeder Spieler versucht, so viele Punkte einzuspielen, dass die Punktedifferenz zum Gegner so hoch ist, dass der Gegner diese nicht mehr einholen kann. Wenn man es kann, darf man selbstverständlich auch alle Kugeln wegspielen. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel.

Ein Break ist die Folge, die ein Spieler durchgehend am Tisch ist ohne ein Foul zu spielen oder eine Tasche zu verfehlen. Dabei bildet der Wert des Breaks die darin erreichte Punktzahl. Ein Break ab 100 wird „Century Break“ genannt. Es ist möglich, maximal 147 Punkte in einem Break zu erzielen, wenn zu jeder roten Kugel immer die Schwarze gelocht wird. Dies nennt sich „Maximum Break“. Durch ein Foul des Gegenspielers und einem anschließenden Freeball kann man theoretisch auch mehr Punkte hintereinander erzielen. Maximal 1 + 7 + 147 = 155 Punkte. Es zählen immer nur die direkt erzielten Punkte des Spielers zum Break, also die versenkten Kugeln. Jedoch nicht die Gutschrift, die man für ein Foul des Gegners erhält.

Kann man keinen Ball versenken, versucht man den Gegner zu snookern. Dies geschieht, indem man die Weiße in eine Position bringt, aus der der Gegner keinen anzuspielenden Ball auf direkter Linie erreichen kann. Auch wird versucht, dem Gegner das Spiel zu erschweren, indem man die weiße Kugel nahe an der Bande oder einer nicht spielbaren Kugel ablegt. Aus einem Snooker heraus passieren häufig Fehler oder Fouls, die man dann vielleicht für sich selber ausnutzen kann, um das Spiel für sich zu entscheiden. Der Gegner, der gesnookert wird, muss reagieren, während man selber die Chance hat, das Spiel zu bestimmen.


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Billard  http://de.wikipedia.org/wiki/Billard aus der freien Enzyklopädie Wikipedia